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eher zum Nachdenken: Rolle von Militär in US-Filmen

am 27.4.2015 um 19:59 Uhr
gestellt von OHNEERINNERUNG

Tatsächlich bringt mich mein Faible für SF Filme zum Nachdenken über den US-Miltarismus. Wieso taucht in amerikanischen SF Filmen, aber nicht nur in SF, so oft und so deutlich die Armee auf. Auf unterschiedliche Weise, auch als Gegenpol, negative Folie, mal aber auch als selbstverständliches Verhaltensmuster (Landser, Kampfeinheit), als Abwehrfront (das Heer rückt an) mal ohnmächtig verzweifelt, mal siegreich. Immer irgendwie heroisch, aggressiv, waffenstarrend. Ich suche Filme und Thesen, Verbindungen zur Realität, etc. Sozusagen eine Stoffsammlung. Welche Funktion, oder besser gefragt: Wozu brauchen der Film und wozu möglicherweise das Publikum das Militär, wieso ist es dort? Mich interessiert schlicht, was Ihr dazu meint. Danke für alle Antworten, Euer ErinnerungsLoser.




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am 27.4.2015 um 21:40 Uhr
geantwortet von redbigspoon

Hallo OHNEERINNERUNG,

spontan, so aus dem Bauich heraus würde ich sagen, das leitet sich aus dem Anspruch der USA auf eine Hegemonialstellung in der Welt ab, in der die Streitkräfte der Vereinigten Staaten eine zentrale Rolle spielen.

Das Land wurde von Osten nach Westen im Krieg gegen die Indianer erobert, der Bürgerkrieg Nord- gegen Südstatten, die heroische Rolle im zweiten Weltkrieg, die "Guten" im Nahen Osten, das alles ist natürlich "the stuff great cinema is made of".

Jeder Regisseur kann es für sich so einsetzen, wie es in seine Weltanschauung passt: das Herr als die ultimativen Helden, die Armee als Hort der Grausamkeiten, als Patrioten usw..

Zudem sind Massenszenen dafür prädestiniert, leinwandfüllend und monumental zu sein, man kann von Schlachtgetümmel auf Einzelszenen und wieder zurück wechseln.

Ich denke, darüber werden wir noch länger reden. Für heute lass ich's erstmal gut sein.

mit filmischen Grüßen
redbigspoon


am 27.4.2015 um 23:50 Uhr
Ich sehe das ähnlich wie redbigspoon. Es gibt nur wenige Länder die man so mit dessen Militär assoziiert. Mir fallen da eigentlich nur noch Russland, China und Nord Korea ein.
am 28.4.2015 um 07:50 Uhr
Vielen Dank an redbigspoon und Michi. Mir selbst fällt zudem ein:
am 28.4.2015 um 07:57 Uhr
-- Wir haben es mit einem Einwanderungsland zu tun, wo man erwarten sollte, daß die Grenze zwischen Fremd und Eigen weich wäre, voller Integrationsmöglichkeiten und -gelassenheit. Statt dessen wird das Alien und das Verbrechen, Krankheit oder der andere Staat, die Denke in fremden Paradigmen mit einem Gürtel hochaggressiver (wir schießen zuerst) Militärs markiert und aus- bzw. eingegrenzt. Ist da eine mächtige interne Angst gewachsen? Weltmacht aus Angst per Gleichmacherei, der Schmelztiegel ständig vor der Explosion?
am 28.4.2015 um 07:59 Uhr
-- Oder bestimmt das Militär, der militärisch-industrielle Komplex, die Filmindustrie: so eine Art Einübung, militärisches soll normal wirken, die Anwerbung von Soldaten gebilligt werden, Auslandseinsätze "logisch" etc.?
am 28.4.2015 um 08:10 Uhr
-- Oder was geschieht auf Seiten des Publikums? Wieso entsteht an der Stelle ein Spannung, die sozusagen süchtig auf diese Sorte Aktion macht. Konsumgesellschaft sucht den Thrill? Das in ständig wachsenden Dosen? Was motiviert den Konsumenten, Grundbedürfnisse – Überleben: Atmen, Trinken, Essen bzw. Ersticken, Durst, Hunger für den einzelnen; Sex etc. das Überleben der Gattung; Friede bzw. Gewalt beträfe sowohl den einzelnen, als auch den Stamm, vielleicht auch die Gattung Mensch insgesamt — aber die Angst, die sich auf alles das ausdehnen läßt mobiliesiert total. Wenn man sich Werbestrategien ansieht, dann sieht man Hoffnungen und Ängste vielfältig mobilisiert. Hätten die fiktiven Künste nicht besseres zu bieten? Jedoch unter der Not Einkünfte einzutreiben psych-zwingt man die Leute lieber ins Kino? Militär und Kapitalismus also?
am 28.4.2015 um 08:15 Uhr
Soweit erst mal, ich hoffe mehr Leuten fällt noch mehr zu meiner Frage ein. Michi, interessant in welche Nachbarschaft USA da gerät. Redbigspoon, auch danke für die interessanten Aspekte Westexpansion, Indianer, Landbesetzung und Dramaturgie. Ich hoffe auf weiteren Austausch. Gruß an alle, OhneErinnerung.
am 11.5.2015 um 18:27 Uhr
Und nochmal ich; aus unterschiedlichen Gesprächen die Anregung erhalten, über das Militär als Bezugspunkt von Allmachtsphantasien und Ohnmachtsgefühlen zu sehen.
Identifikation, Überlegenheit, Abwehr, Eroberung, Heldentum, Herrschaft, Sieg – Niederlage, Widerstand, Flucht, Verlust, Vergewaltigung, Opfererleben, Selbstverlust.
Wie bezieht sich die Story auf das dominanteste Gewaltmittel? Welche Position haben die Protagonisten?
Pubertät und Erwachsenwerden. Schmelztiegelgesellschaft und die Suche nach dem geschmeidigen Ego; entsprechend filmtrainiert?

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